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Russische Filmkunst
Mit der Filmreihe „Russische Filmkunst“ möchte die Deutsch-Russische Gesellschaft Niedersachsen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kino im Künstlerhaus in Hannover in erster Linie anspruchsvollen, aktuellen russischen Filmproduktionen in Hannover erstmalig ein ständiges Forum schaffen.Neben dem Schwerpunkt von Erstaufführungen in Originalfassung mit deutschen Untertiteln der künstlerisch herausragenden Werke der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit werden ausgesucht auch die großen Klassiker das Jahresprogramm ergänzen, um die Entwicklungen und Besonderheiten des russischen Kinos anhand dieser Höhenpunkte zu verdeutlichen.
Natürlich darf diese neue Reihe auch als Anlass und Ort der Begegnung von „slavophilen“ Cineasten und insbesondere auch der russisch-sprachigen Filmliebhaber verstanden werden und ebenso wirken.

Russische Filmkunst ab 13.12.2013


 

Dichtung in zwei Sprachen

Musik- und Poesieprogramm

«Erinnerungen an das Art-Cafe „Streunende Hund»

 

Hannover und seine Bürger sind in ihren Kunstvorlieben und wegen ihrer historischen und kulturellen Wurzeln seit mehreren Jahren eng mit St. Petersburg verbunden. Dazu hat zum größten Teil das vielseitige Engagement eines bekannten Vereins „St. Petersburg“ mit Frau Sofia Chochlova an der Spitze beigetragen. Die Kulturtradition wird durch  „Deutsch-Russische Gesellschaft Niedersachsen e.V.“ unter der Leitung von Herrn Alexander Osovitskiy auch weiter gepflegt.

Im Rahmen eines großartigen Projektes „Farben von St. Petersburg“ fand am 8. September in den Räumlichkeiten des «Theaters in der List» eine literarisch-musikalische Vorstellung unter dem Titel „Erinnerungen an das Art-Cafe „Streunende Hund“ statt.  

Im Rahmen eines umfangreichen zweiteiligen Programms wurde ein Versuch – und zwar ein gelungenes – gemacht, die Poesie und Kunst des „Silbernen Zeitalters“ sowie Frühmodernismus des 20. Jahrhunderts nicht in einer traditionellen Form der poetischen Lesungen, sondern als eine Theateraufführung vorzustellen, als ob Sie diesen Abend im Art-Cafe „Streunende Hund“ verbracht hätten.

Ja, es geht um das berühmte Cafe, wo sich am Anfang des 20. Jahrhunderts die schöpferische Elite von St. Petersburg versammelte. Dort fanden Dispute, Konzerte, Theateraufführungen und poetische Abende statt, dort trafen sich Dichter und Komponisten, Schauspieler und Kunstmaler, deren Namen der russischen Kultur Ehre gemacht haben und denen viele künstlerische Entdeckungen der Welt zu verdanken sind. In Saus und Braus verging das Leben, es kamen neue Ideen, neue Namen auf die Lebensbühne. Es war die Zeit des Silbernen Zeitalters, einer einmaligen Zeitperiode in der russischen Poesie, welche sich durch vielfältige Formen, Ideen, Gedanken, zukunftsgerichtete Suchen und Doppelzüngigkeit auszeichnete.

Die Poesie des Silbernen Zeitalters, die wegen ihrer musikalischen Klangmalerei und des Vorstellungswertes der Wörter echt zauberhaft wirkt, bleibt für uns auch ein Jahrhundert  später immer noch magnetisch.

Nun sind wir wieder durch reizende Zeilen von Gumilev, Achmatova, Knjasev, Ivnev, Mayakovsky, Berljuk gefangen, deren Gedichte von Dmitrii Michlin und Wolf List, dem führenden Schauspieler des  Schauspielhauses Hannover, in zwei Sprachen deklamiert wurden.  Die Musikstücke von Prokofiev, Lurie, Saz, die auch Stammgäste des legendären Cafes waren, erklangen in der Aufführung der Klavierspieler Michail Dantschenko und Petr Saveljev, des Cellisten Alexander Osovitskij. Das Szenario dieses Abends kam von Soja Dmitrieva, als Musikredaktor trat Natella Neberidze auf.  

Zur Hauptidee und dem „Sahnehäubchen“ des Abends wurde die Poesie des Silbernen Zeitalters, vorgetragen in zwei Sprachen – Russisch und Deutsch – in der hervorragenden Übersetzung des Dichters Alexander Nitzberg.

Über nicht einfache Beziehungen der Dichter untereinander, über die Liebe und Schöpfung der Gedichte, über Treffen und Ereignisse wurde ebenfalls in zwei Sprachen vorgetragen.  Das Mitwirken von zwei Kulturen, die Heranziehung von Stadtbürgern zur Tätigkeit des Vereins, die Annäherung von Menschen verschiedener Nationalitäten mit Hilfe der Kultur betrachten die Begeisterten und der Vorsitzende des Niedersächsischen Deutsch-Russischen Vereins  Herr Alexander Osovitskiy als ihre Aufgabe.

Es ist nicht zu viel gesagt, dass die Idee wunderbar umgesetzt wurde, der Abend stattgefunden hat und die Teilnehmer – sowohl Zuschauer als auch die Darsteller – einen seltenen Spaß an der  Berührung an die Kunst, an die  leider gegangene, aber nicht vergessene Zeit des Silbernen Zeitalters und dem legendären Art-Cafe  „Streunende Hund“ bekommen haben, als ob sie tatsächlich dort gewesen und von seinem kreativen Neueiergeist beseelt wären.

 Tatjana Geng

 

 

Jazz mit der russischen Seele

Jazzmusikkonzert in der Aufführung von Inna Vysotskaja, Viktor Bürkland und Dmitrii Suslov.

 

Das «Theater in der List» nahm das russische Publikum auch am nächsten Tag auf. Am 9. September fand hier ein Jazzkonzert des bekannten Trios (Jazzsängerin Inna Vysotskaja, Klavierspieler Viktor Bürkland und Saxophonist Dmitrii Suslov) statt.  

Über die Musik ist besser nicht zu schreiben, sondern man muss die Musik hören und genießen. Dies betrifft voll und ganz das Konzert des Jazztrios von Inna Vysotskaja, welches in der gemütlichen Atmosphäre des Art-Cafes stattgefunden hat.

In der Aufführung der in Deutschland berühmten Jazzmusiker erklangen verschiedene Musikstücke: von Einrichtungen der Opernfragmente von Gershwin „Porgy und Bess“ bis zu Improvisationen zu Pop- und Rock-Motiven.  Zur Überraschung des Konzertes wurde die Romanze (Musik von Alexander Varlamov, Worte von Nikolai Zyganov) „Roter Sarafan“.

Die Zuhörer haben dem reichen Repertoire der Sängerin, welche die Musikstücke in mehreren Sprachen aufführte (Englisch, Portugiesisch, Russisch, Iiddisch) tüchtig zugesprochen.

Unsere Landsmännin Inna Vysotskaja hat während 20 Jahre ihres Lebens und Schöpfens in Deutschland Anerkennung geerntet  und wurde zu einer der begehrtesten und populärsten Jazzsängerinnen. Sie hat das Konservatorium zu Hannover erfolgreich absolviert, wurde zur Preisträgerin des weltbekannten Wettbewerbs für Jazzsänger in der Schweiz (Shure Montreux Jazz Voice Competition), nahm Unterricht für Jazzgesang bei der berühmten deutschen Jazzsängerin Romy Kamerun,  nahm an Workshops solcher berühmten Jazzsänger wie Tuck & Patty, Bobby Mc Ferrin, Richie Beirach, DarmonMeader (New York Voices) teil.

In einem Kurzinterview nach dem Konzert hat die Schauspielerin und Leiterin des Jugendtheaters „Master“ Maria Kurakina gesagt: „Inna ist eine äußerst eigenartige Sängerin. Ihre Gesangart, ihre wundervolle reiche Stimme sind unheimlich angenehm. Ich hatte viel Spaß, als ich jede Bewegung ihrer Seele verfolgte, sie beseelt ihren Gesang und Melodie. Inna löst sich beinahe in ihren Jazzkompositionen. Es gereicht mir zur höchsten Lust, wenn ich den schöpferischen Vorgang auf der Bühne beobachte. Und wie gut aufeinander eingespielt ist das Trio! Die Musiker zeichnen sich neben der hervorragenden Instrumentenhandhabung auch durch das Vermögen, ein feines Gefühl für den Solistengesang zu haben, aus. Jedes Lied ist wie eine abgesonderte Erzählung gestaltet. Bravo! Ich bin entzückt“.  

Diese Meinung teilten ausgehend vom langen Applaus und der begeisterten Reaktion auch alle anderen Zuschauer.

Es ist noch zu sagen übrig, dass die Bürger von Hannover Glück hatten, den Konzerten dieses populären Kollektivs beiwohnen zu können, welches öfters auf Gastspielen ist und in Deutschland auch auftritt. Den Musikern stehen noch die Jazzfestspiele in Helsinki bevor.

Wir wünschen ihnen viel Erfolg! Und nochmals besten Dank für das bereitete Vergnügen.

Tatjana Geng

 

 

 

 

Wolfenbüteler Zeitung.

Von Reiner Sliepen

01.02.2017

 

Junge Künstler im Prinzenpalais

 

WOLFENBÜTTEL  Tonart startet den Austausch mit Sankt Petersburg. In der Kirche in Sambleben gibt es am Freitag ein weiteres Konzert.

Neue Wege geht die Kulturinitiative Tonart in der Ausbildung ihrer Musikschüler. Der Leiter des Projekts, Diplom-Musikpädagoge Alexander Osovitskiy, eröffnete das Austauschprogramm zwischen Musikschulen aus Deutschland und Sankt Petersburg.

Ein Nebeneffekt ist das Kennenlernen des Kulturlebens in einer der schönsten Städte Russlands. Der erste Meisterkursus fand bei Tonart an der Reichsstraße statt. Danach gaben die Teilnehmer ein öffentliches Konzert.

Die jungen Künstler, Schüler der renommierten Violinpädagogen Irina Tschitschina und Professor Savelij Shalman, haben seit dem fünften Lebensjahr systematischen Unterricht. Dabei komme es ihm, so Shalman, auf die Entwicklung der Freude an der Musik an. Die technische Ausbildung durch das Üben von Etüden sei ein Teil, genauso wichtig sei ihm die parallele Erarbeitung von Werken großer Komponisten.

Im Barocksaal des Prinzenpalais’ verbeugt sich die achtjährige Xenia vor ihrem Publikum. Shalman achtet sehr genau auf die persönliche Präsentation seiner jungen Künstler bei öffentlichem Auftreten. Xenia spielt, begleitet von der Pianistin Marina Lejmfirer, zwei Stücke von Robert Schumann aus den „Kinderszenen“, danach die reizende Gavotte von François-Joseph Gossec und einen melodiösen Walzer von Peter Tschaikowski.

Auffällig sind der kräftige, sichere Bogenstrich und die Beherrschung dynamischer Feinheiten. Shalman legt großen Wert auf öffentliches Auftreten. Davon profitiere die technische und persönliche Sicherheit.

Jascha, neun Jahre, spielt den ersten Satz des Concertos a-moll von Antonio Vivaldi, wie seine Mitschüler ohne Noten, ein Beweis für die gründliche Ausbildung. Auch hier kein motorisches Herunterschnurren, sondern melodiöses Nachvollziehen der Vivaldischen Tonsprache.

Mit dem Prelude und Allegro von Fritz Kreisler präsentiert sich die 13-jährige Valentina. Sehnsucht und Temperament kennzeichnen die Interpretation der jungen Petersburgerin, deren Technik beeindruckt. Auch hier spontaner Beifall.

Zum Finale Felix, 16 Jahre. Auch er wird auf der Grundlage von Shalmans Standardwerk „Ich werde Geiger“ unterrichtet. Dies ist eines der international erfolgreichsten Schulwerke Russlands.

Felix spielt den ersten Satz aus Wolfgang Amadeus Mozarts viertem Violinkonzert D-Dur und danach zwei Sätze aus den Sonaten für Violine solo von Johann Sebastian Bach. So harmonisch Mozart, so ebenmäßig und virtuos die Barocksätze. Nochmals viel Applaus für den Leistungsstand der jungen Künstler aus St. Petersburg.

 

 

 

 


Deutsch-Russisches Kammermusikkonzert im Schaljapin-Museum am Mittwoch, den 19. April 2017, im Schaljapin-Museum Sankt Petersburg/Russland

ABGRÜNDIGE TIEFEN UND DIE LEICHTIGKEIT DES SEINS AUSLOTEND –
ein beeindruckender Kammermusikabend mit Gastkünstlern aus Deutschland.

Die Deutsch-Russische Gesellschaft Niedersachsen e.V. aus Hannover war mit ihren zwei Künstlern Alexander Osovitskiy (Violoncello) und Alexander Kuhlo aus Stuttgart (Klavier) zu einem Konzert im Saal des Schaljapin-Museums mit einem Kammermusikprogramm zu Gast, welches sowohl deutsche, als auch russische Meisterwerke in sich in harmonischen Zusammenhang vereinte und zugleich in Kontrast zueinander setzte.

Die besondere kulturelle Verbundenheit beider Nationen und Kulturkreise zum Ausdruck bringend, erklangen im Laufe des Abends unter brillanter und sachkundiger Moderation durch die Musikwissenschaftlerin Zoja Osovitskaja bekannte Kompositionen von Robert Schumann Drei „Fantasiestücke op. 73, Adagio & Allegro in As-Dur“, Franz Schubert Klavierstücke und S. Rachmaninoffs weltberühmte „Vocalise”.

Mit besonderem Feingefühl für beide Stile und technischer Souveränität gingen die drei Künstler den teils dramatischen, teils lyrischen Pfaden der verschlungenen, geheimnisvollen Wege der einzelnen Kompositionen nach und spannten den Bogen der musikalischen Ereignisse weit und klar bis hin zur heutigen Konzertwirklichkeit.

In abgründige Tiefen entführte Pianist Alexander Kuhlo, als Kirchenmusiker in Stuttgart tätig, mit seinem differenzierten Anschlag das Publikum bei den späten Klavierwerken Schuberts.

Der russische, in Hannover wirkende Cellist Alexander Osovitskiy ergänzte die anspruchsvollen Interpretationen seines deutschen Freundes und Kammermusikpartner mit seinem besonderen „Gesang“ auf seinem Instrument,  wodurch die Musik Schumanns und Rachmaninoffs zu inneren Leben erblühen konnte, was entscheidend mit dem individuellen Celloton Osovitskiys zu tun hatte.

Den Schlusspunkt des abwechslungsreichen Programms setze Osovitskly mit dem virtuosen „Adagio & Allegro in As-Dur“ von Schumann und erwiesen sich dabei als technisch und musikalisch gleichermaßen souverän gestaltend. Nach diesen künstlerischen Darbietungen dankte das Publikum den Gästen aus Deutschland mit dankbarem Beifall.

Ein Kammermusikabend, welcher noch lange in den Herzen der Menschen nachklingen wird, und der gleichzeitig ein wunderbares Zeichen deutsch-russischer Freundschaft und Verbundenheit war!

Dank sei allen Ausführenden für ihren großen Atem und die Leidenschaft, mit der hier deutsche und russische Musik zu glühendem Leben erweckt wurde!